Was sagt das Urteil "Schadensersatz bei fehlerhafter Schufa-Einmeldung" aus? 

Urteil des LG Lüneburg vom 14.07.2020 – 9 O 145/19

Sachverhalt:

Der Kläger wurde von seiner Hausbank wegen der Überziehung eines Dispo-Kredits von EUR 20,- an die Schufa gemeldet. Er machte gerichtlich den Widerruf der Meldung und die Zahlung immateriellen Schadensersatzes geltend.

Entscheidung:

  1. Anspruch auf Widerruf der von der Beklagten veranlassten Datenübermittlung an die Schufa ist gem. §§ BGB § 1004 Abs. BGB § 1004 Absatz 1, BGB § 823 BGB analog iVm Art. 6 Abs. 1 DSGVO gegeben. Kein überwiegendes Interesse der Bank erkennbar nach Art. 6 Abs.1 S. 1 lit. f) DSGVO. Insbesondere liegt kein Fall des § 32 Abs. 2 DSGVO vor.
  2. Der Anspruch auf Schadensersatz von EUR 1000,- ergibt sich aus Art. 82 Abs. 1 DSGVO.

Folge:

Verbraucher kann seine Rechte aus BGB mit seinen Rechten aus der DSGVO kombinieren.

Wiederholt ist jetzt bereits ein Anspruch auf Schadensersatz durchgesetzt worden!

Stand: 09.03.2022